- Wissenswertes aus der Vereinsgeschichte -

Bis zu den Wirren des 2. Weltkrieges hatte es in Hörstel 5 Schützenvereine gegeben. 1949 nahmen diese Vereine ihre Aktivitäten wieder auf. Im Jahre 1950 gab es in den dünn besiedelten Ortsteilen Knobben und Poggenort erste Bestrebungen, einen eigenen Schützenverein zu gründen. Viele von ihnen waren Mitglied im Schützenverein Hörstel-Dorf, aber so richtig wohl fühlte man sich dort nicht.
Etwa 32 Männer aus dem Schützenverein Hörstel-Dorf nahmen sich der Sache an und erkundeten in einer Haus- zu Haus- Befragung, wie viel Interesse an der Gründung eines eigenen Schützenvereins bestehe. Durch das Umfrageergebnis ermutigt, lud man am 30. Juni 1951 zur Gründungsversammlung in die Scheune des Bauern Karl Lüttmann ein. Über 100 Männer kamen zusammen und so gründete man den neuen Bürgerschützenverein Knobben-Poggenort. Dieses Datum kann man als das Gründungsdatum ansehen. Der Hauptinitiator der Idee und Leiter der Gründungsversammlung Josef Sasse wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Der 1. Vereinsvorsitzende Josef Sasse Weiter wurden Josef Wigger als 2. Vorsitzender, Karl Attermeyer und August Apke als 1. und 2. Kassierer und Heinrich Kordsmeyer und Bernhard Richard als 1. und 2. Schriftführer in den Vorstand gewählt. Es wurde festgelegt, dass die Gaststätte “Heideschlößchen“ das Vereinslokal werden sollte. Der Jahresbeitrag wurde auf 6,- DM festgelegt und eine Gruppe wurde beauftragt, eine Satzung zu erarbeiten.
Im Herbst 1951 stellte man den Antrag, in die Gemeinschaft der Hörsteler Schützenvereine, der Mark Hörstel, aufgenommen zu werden. Besonders der Schützenverein Hörstel-Dorf hatte starke Bedenken, dass ihm der Aderlass von ca. 25 - 30% seiner Mitglieder doch zu sehr schaden würde.
Auf einer Sonderversammlung der Schützenvereine der Mark Hörstel im Herbst 1951 kam man zu keinem Ergebnis und vertagte sich auf die traditionelle Osterversammlung 1952. Auch jetzt waren die Bedenken noch nicht ausgeräumt und man wollte erst sehen, ob der neue Verein denn wohl Bestand haben würde und stellte eine Aufnahme in die Gemeinschaft der Hörsteler Schützenvereine um ein weiteres Jahr zurück. Das bedeutete, dass der erste Schützenkönig des neuen Schützenvereins Knobben - Poggenort Josef Klues, nicht am Markenkönigsschießen 1952 teilnehmen durfte.
Das erste Königspaar Josef Klues und Hilde Schmidt Sein erstes Schützenfest feierte der BSV Knobben-Poggenort 1952 also für sich. Josef Klues wählte sich Hilde Schmidt zur Königin. In den Anfängen wurde mit dem Luftgewehr geschossen, weil es noch keinen Schießkanal gab. Gefeiert wurde, wie in den Folgejahren auch bis 1965, in einem Festzelt an der Gaststätte „Heideschlößchen“.
Auf der Osterversammlung 1953 wurde der BSV Knobben - Poggenort dann endlich in die Gemeinschaft der anderen Hörsteler Schützenvereine aufgenommen. Am Tag vor dem allgemeinen Schützenfest aller Hörsteler Schützenvereine feierte man am 31. Mai 1953 unter großer Beteiligung der Bevölkerung die Weihe der neuen Vereinsfahne. Man entschied sich bei der Fahne für das Bild einer mächtigen Eiche mit 5 starken Ästen, die die Gemeinschaft der „alten“ Hörsteler Schützenvereine darstellen sollten und einem jungen Ast, der symbolisch für den neuen Bürgerschützenverein stand.
Beim Schützenfest am nächsten Tag errang Hermann Schmidt die Königswürde und es gelang ihm, gleich bei der ersten Teilnahme des BSV Knobben-Poggenort am Markenkönigsschießen die Markenkönigswürde zu erringen. Das gab dem jungen Verein mächtig Auftrieb. Erste Markenkönigin des Vereins war Elisabeth Blome.
Bild Der erste Markenkönig
Im folgenden Jahr pachtete man von dem Landwirt und Schützenbruder Franz Lüttmann am Alten Postweg ein Gelände, auf dem dann ein erster Schießstand errichtet wurde.
Mit dem Bau des Schießstandes wurde dann auch das Amt des Schießwartes eingerichtet. Erster Schießwart wurde Bernhard Bruns. Seit 1984 ist das Gelände im Wege des Erbbaurechtes im Besitz des Vereins. Am neuen Schießkanal wurde ständig gebaut und erweitert. Aus dem ursprünglichen Unterstand wurde ein fester Aufenthaltsraum, der auch schon bald erweitert werden musste, später wurden feste Toilettenanlagen angebaut.
Als im Jahre 1976 der BSV Knobben-Poggenort, inzwischen ein im Vereinsregister eingetragener Verein, sein 25-. jähriges Jubiläum feierte, schrieb die Lokalzeitung lbbenbürener Volkszeitungung u.a.:
“Die Bürger des Ortsteiles Knobben-Poggenort, ehemals eine Bauernschaft, heute eher ein schmucker “Vorort“ von Hörstel - haben ihren Gemeinschaftssinn, ihre innere Verbundenheit und das Zusammengehörigkeitsgefühl immer wieder unter Beweis gestellt. Der in diesem Jahr endgültig fertig gestellte Schießstand gibt Zeugnis davon. Der Jubelschützenverein wurde vor 25 Jahren von Männern ins Leben gerufen, die ihrem Verein den Stempel aufdrückten und noch heute in steter Treue zu ihm stehen. Echter Schützengeist, Idealismus und Opferbereitschaft sind die Tugenden derjenigen, die diesen Schießstand, einen der schönsten in Hörstel, schufen.“
Von 1966 bis 1975 wurde das Schützenfest im Parkhaus gefeiert. Aber diese Räumlichkeiten waren für den aufstrebenden und ständig wachsenden Verein viel zu klein. Für einige Jahre stellte dann der Schützenbruder Axel Dominik seine Gewächshäuser für die Schützenfestfeier zur Verfügung. In der Generalversammlung 1977 kam dann erstmals der Ruf nach einer eigenen Schützenhalle auf.
Ebenfalls im Jahre 1977 wurde der Spielmannszug Knobben-Poggenort gegründet. Nun brauchte man noch mehr Platz für die Ausbildung der jungen Musiker.
Von vielen anfangs belächelt, wurde die Zahl der Befürworter einer eigenen Schützenhalle aber immer größer.
Im Jahre 1981 war es dann soweit. Inder Generalversammlung wurde der Beschluss zum Bau einer eigenen Schützenhalle gefasst. Damit betrat man hier im weiten Umfeld Neuland. Das Vorstandsmitglied Rudi Jung bekam von der Generalversammlung den Auftrag, die Möglichkeiten zum Hallenneubau auszuloten. Unermüdlich setzte Rudi Jung sich ein und so bekam man im Jahre 1984 die Baugenehmigung.
Um die Halle bauen zu können, musste das Grundstück vom Bauern Franz Lüttmann erworben werden. Da er aber nicht verkaufen wollte, wurde ein Erbbauvertrag geschlossen. Seine Ehefrau Maria fügte dem Vertrag den mündlichen Zusatz hinzu:
“Dat möcht ik noch moal beliäben, dat ik met Franz den ersten Danz in de niee Halle maken kann.“
Im Herbst 1984 ging es dann mit dem Bauen los. Die Mitglieder hatten eine Umlage von 150,-DM beschlossen und sich verpflichtet, ca. 70 80 Arbeitsstunden zu leisten. Die gesamtwirtschaftlich schlechte Situation mit Kurzarbeit vieler Fachhandwerker kam dem Verein bei seinem Bauprojekt zugute und viele Schützenbrüder investierten weit über das geforderte Arbeitspensum hinaus. Alle erforderlichen Arbeiten wurden in Eigenleistung erstellt.
Bild Die ersten Verblender werden gemauert
Handwerker aller Bausparten waren im Verein vertreten, erforderliche Hilfsmittel stellten Firmen zur Verfügung. So konnte dann schon am 08. Dezember 1984 der Richtkranz aufgezogen werden. Nach einer Zwangspause am Bau aufgrund des strengen Winters mit bis zu minus 25 Grad Celsius konnte es im Februar 1985 weitergehen.
Bald wurde der Einweihungstermin ins Auge gefasst. Am 11. Mai 1985 war es soweit. Alles war pünktlich fertig geworden, die Frauen hatten in einem Großeinsatz alles fein geputzt. Viele Gäste waren eingeladen und es wurde ein großartiges Einweihungsfest gefeiert. Weit über 400 Teilnehmer drängten sich in der neuen Schützenhalle, um dabei zu sein.
Und Maria Lüttmann konnte sich ihren Wunsch erfüllen, mit ihrem Franz den ersten Tanz in der neuen Schützenhalle zu tanzen.
Bild Ehrentanz Lüttmann
In der Folgezeit wurde die Halle immer häufiger an Schützenbrüder für private Familienfeiern vermietet.
Die Schützenfamilien können für einen geringen Beitrag die Räumlichkeiten anmieten. Für den Schützenverein wurden diese Vermietungen bald zur wichtigen Einnahmequelle, die mithalf, die finanziellen Verbindlichkeiten aus dem Bau der Schützenhalle abzutragen.
Endlich hatte der stetig gewachsene Schützenverein auch angemessene Räumlichkeiten für die Feiern des Vereins. Viele tolle Feste hat diese Halle inzwischen erlebt.
Ebenfalls 1985 gab es einen Wechsel an der Vereinsspitze. Heinz Verspohl war seit 1969 1. Vorsitzender gewesen. Bei seiner Verabschiedung wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Auf der Generalversammlung 1985 wurde Franz Winnemöller als sein Nachfolger gewählt.
1988 schied Rudi Jung nach 14 Jahren Tätigkeit als 1. Kassierer aus dem Vorstand aus. Rudi Jung war der Hauptmotor des Hallenbaus. Die Generalversammlung dankte ihm ganz herzlich für seinen Einsatz und ernannte ihn zum Ehrenmitglied des Vereins. Sein Nachfolger wurde Wilfried Gebbe.
Im Bürgerschützenverein Knobben-Poggenort gab es nie einen Stillstand.
Aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums wurde 1991 eine neue Fahne eingeweiht. Die alte Fahne hatte im Laufe der Jahre doch enormen Schaden genommen und ließ sich nicht mehr reparieren.
Mit einem großen Jubelfest wurde das Jubiläum auf dem Vereinsgelände gefeiert. Das gewachsene Selbstbewusstsein des BSV Knobben-Poggenort dokumentierte sich auch darin, dass man das Motiv von der ersten Vereinsfahne zwar übernahm, aber aus dem damals noch jungen Trieb wurde inzwischen ein kräftiger Ast an dem Eichenbaumsymbol der Mark Hörstel.
Auf der Generalversammlung 1991 wurde der Schützenbruder Paul Weßling aus dem aktiven Dienst des Fahnenoffiziers verabschiedet. Paul Weßling hat von der ersten Stunde an die Fahne des Vereins bei freudigen Anlässen, aber auch bei der Begleitung verstorbener Schützenbrüder zur letzten Ruhestätte, getragen. Dafür wurde ihm ganz herzlich gedankt und ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Bild 40 Jahre
Im Jahre 1992 feierte der Spielmannszug Knobben-Poggenort sein 15 jähriges Bestehen mit einem großen Musikfest im Waldstadion, zu dem viele befreundete Musikzüge aus dem näheren und weiteren Umfeld zum Gratulieren kamen und musikalische Ständchen brachten.
Im Jahre 1993 konnten die Schützenvereine der Mark Hörstel auf eine urkundlich belegte über 400-jährige Schützentradition in Hörstel zurückblicken. An diesem großartigen Jubelfest war natürlich auch der BSV Knobben-Poggenort und sein Spielmannszug beteiligt. Rund 1200 Schützen aus Hörstel und Umgebung und über 3000 Schaulustige waren eine würdige Kulisse für dieses historische Datum.
Bild Jubelfest 1993
Es wurde aber nicht nur gefeiert, sondern immer wieder auch fleißig gebaut und instand gesetzt. So wurde 1993 die Halle um ein Stuhl- und Getränkelager erweitert.
Ende 1993 verabschiedete sich mit fast 75 Jahren nach 30-jähriger Zugehörigkeit Maria Lüttmann aus der Frauenschießgruppe, in der sie als erfolgreiche Schützin viele Pokale gewann.
Auf der Generalversammlung 1994 gab sich der Verein eine neue Satzung, die es für die Zukunft auch Frauen ermöglicht, eine Vollmitgliedschaft im BSV Knobben-Poggenort zu erlangen. Auch hier war der Verein mal wieder anderen Vereinen ein ganzes Stück voraus.
Im Jahre 1995 investierte der Verein kräftig in den Schießsport.
Die Schießkanalsohle wurde neu betoniert, damit sie besser zu reinigen ist und neuesten sicherheitstechnischen Anforderungen genügt. Noch wichtiger war aber die Anschaffung einer vollelektronischen Schießanlage, bei der der einzelne Schuss von einer Elektronik berührungsfrei vermessen wird.
Bild Gerade Rentner
Auf der Generalversammlung 1995 wurde der Schützenbruder Willi Heger in besonderer Weise geehrt. Willi Heger hatte zu dem Zeitpunkt genau 30 jahre ohne Unterbrechung das Amt des 1. Schiesswartes inne. Der Schiesssport des BSV knobben-Poggenort hat Willi Heger viel zu verdanken. Bis heute hat er weiter dieses Amt inne. keiner kann wirklich ermessen, wie viele Stunden sener freizeit Willi Heger für den Schützenverein investiert hat.
Bild Willi Heger
1996 fuhr der Spielmannszug zu einem Besuch in die englische Partnerstadt Waitham Abbey. 50 Spielleute und Betreuer haben sich auf den Weg gemacht und einen musikalischen Gruß in die Partnergemeinde der Stadt Hörstel gebracht. Die Fahrt war für alle Teilnehmer sehr beeindruckend, besonders aber die lautstarke Ankündigung der Spielleute durch den Marktschreier Peter.
Bild Spielmannszugleiter
Eine große Neuerung war im Jahre 1996 der Beschluss der Generalversammlung, dass Mädchen ab sofort auch am Kinderkönigsschießen teilnehmen dürfen und damit dann auch selber Kinderkönigin werden können.
Alfons Bruns schied 1996 nach 6 Jahren als 2. Vorsitzender aus dem Vorstand aus. Für ihn wurde Harald Braun neu in den Vorstand gewählt.
Auf besondere Initiative des damaligen Vorsitzenden Franz Winnemöller wurde 1997 an der Schützenhalle ein neuer Maibaum errichtet und eingeweiht. Die Symbole zeigen verschiedene Berufe der Vereinsmitglieder. Besonderer Blickfang am Maibaum ist aber die Vorder- und Rückseite der Vereinsfahne und die Darstellung des Spielmannzuges. zum 1. Mai wird der Maibaum mit dem Maikranz geschmückt. Aber auch ohne Kranz ist er das ganze Jahr hindurch ein echtes Schmuckstück. Das Deckblatt dieser Festschrift zeigt u. a. unsere Schützenhalle mit dem Maibaum, der 1997 errichtet wurde.
Bild Maibaum
Mit einem großen Musikfest feierte der Spielmannszug 1997 sein 20- jähriges Bestehen. Über 600 Musiker aus 20 Gastvereinen erfreuten die Besucher mit ihrer Musik und gratulierten. An dem Kommersabend wurde der Große Zapfenstreich gespielt - eine musikalische Besonderheit in Hörstel.
Gründungsmitglied und Tambourmajor Hans-Jürgen Berger gab den Tambourstab nach 20 Jahren an Wolfgang Reuter weiter. Wolfgang Reuter leitete schon seit Jahren die Ausbildung der Musiker des Spielmannszuges und übernahm jetzt die Gesamtverantwortung für den Spielmannszug.
Bild Tambourstabübergabe
1997 gab es auch einen Wechsel an der Spitze des Vereins. Franz Winnemöller legte nach 13 Jahren Vorstandstätigkeit, davon 12 Jahre als 1. Vorsitzender, das Amt in jüngere Hände. Sein Nachfolger wurde Ludger Hinterding, der dem Vorstand schon seit 1990 als 2. Schriftführer und seit 1992 als 1. Schriftführer angehörte. Er ist damit der 6. Vorsitzende in der 50-jährigen Vereinsgeschichte. Die Generalversammlung dankte Franz Winnemöller mit einem Präsent für seinen Einsatz für den Verein.
Norbert Rögels, seit 1993 als 2. Schriftführer im Vorstand, rückte auf und wurde 1997 1. Schriftfführer. Reimund Bensmann kam als 2. Schriftführer neu in den Vorstand.
In der Adventszeit 1997 machte der Spielmannszug eine Fahrt in die holländische Partnerstadt von Hörstel, Dalfsen. Auch hier waren die Musiker auf dem dortigen Weihnachtsmarkt Botschafter des Schützenvereins.
Nach 18 Jahren Tätigkeit im Vorstand in verschieden Ämtern schied im Jahre 1998 Willi Frische aus dem Vorstand aus. Er wurde mit einem Holzteller als bleibende Erinnerung und Dankeschön verabschiedet. Sein Nachfolger im Vorstand als 2. Kassierer wurde Christof Nyhuis. 1999 bewiesen die Schützenbrüder des BSV Knobben-Poggenort zum dritten Mal in Folge, dass sie nicht nur beim Schießen auf die Scheibe genau Maß nehmen können. Beim Schützenvereinsfußballturnier errangen sie wiederum den 1. Platz. Und Corinna Bems schrieb sich als erste Kinderkönigin des Vereins in die Vereinschronik. In einem spannenden Wettkampf hatte sie gegen die starke männliche Konkurrenz am Ende die besten Nerven und siegte nach wiederholtem Stechen.
Bild Kinderkönig
Den Wechsel in das neue Jahrtausend feierte der Schützenverein mit einer großartigen Millenniums-Party. Über 250 Mitglieder aus den Schützenfamilien, von ganz klein bis groß, begrüßten gemeinsam das neue Jahrtausend. Ausgerichtet wurde diese Feier von Margret und Manfred Mester, Mona und Norbert Rögels, Christa und Peter Weßling, Dagmar und Christof Nyhuis.
Auf einer außerordentlichen Generalversammlung im März 2000 wurde beschlossen, die Heizungsanlage der gesamten Schützenhalle zu erneuern. Um die Maßnahme finanzieren zu können, war der Beschluss einer Umlage notwendig. Leider gab es nicht die von der Bezirksregierung in Münster in Aussicht gestellten Zuschüsse für energiesparenden Baumaßnahmen, so dass auf die auch geplante Rundumerneuerung der Fenster erst mal verzichtet werden musste. Im Winter 2000 /01 konnte dann der Einbau einer neuen Erdgasheizung erfolgen. Dank des Einsatzes vieler fleißiger Helfer konnte die Maßnahme zügig abgewickelt werden.
Im Jahre 2000 feierte die Mark Hörstel ihr 75-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass waren alle noch lebenden Markenkönige eingeladen, sich in einem Wettkampf um die Jubel- Markenkönigswürde zu messen. Dem ältesten noch lebenden Markenkönig Rudi Dräger, der vor genau 50 Jahren Markenkönig in Gravenhorst war und seit 1970 Mitglied im BSV Knobben-Poggenort ist, gelang nach zähem Ringen der Meisterschuss und er wurde Jubel-Markenkönig 2000.
Die bis jetzt letzte Veränderung des Vorstandes gab es auf der Generalversammlung 2000, als der 2. Schießwart Manfred Spitzer nach 10 Jahren aus dem Vorstand ausschied. Für ihn rückte Rolf Rahe nach.
Dem Vorstand gehören im Jubeljahr an: Ludger Hinterding, 1 .Vorsitzender; Harald Braun, 2.Vorsitzender; Wilfried Gebbe, 1 .Kassierer; Christof Nyhuis, 2 .Kassierer; Norbert Rögels, 1 .Schriftführer; Reimund Bensmann, 2. Schriftführer; Willi Heger, 1. Schießwart; Rolf Rahe, 2. Schießwart; Oberst ist seit 1994 Thomas Bruns, Hauptmann ist seit 2000 Dieter Ungruh. Jugendschießwarte sind Rita Blömer und Andreas Cantauw. Sprecherin der Frauenabteilung ist Ria Lage.
Der Getränkehandel Vordermark aus Hörstel ist schon seit den ersten Anfängen des Schießbetriebes bis heute Haus- und Hoflieferant des BSV Knobben-Poggenort. Seit 1992 ist das Jagdhaus Feldmann Zurlinden aus Hopsten der Festwirt des Vereins.
Der Verein hat heute ca. 280 Mitglieder. Eine Damenschießgruppe, eine Herrenschießgruppe, eine Jugendschießgruppe und eine gemischte Schießgruppe vertreten den Schießsport. Freitagabends und am Sonntagmorgen besteht für jedes Mitglied die Möglichkeit zum Üben.
Ein umfangreiches Jahresprogramm ist Ausdruck für ein aktives Vereinsleben. So beginnt das Schützenjahr seit über 20 Jahren im Januar mit einem Pokalschießen, wo die Pokale von Herrn Kemper von der Provinzial-Versicherung gestiftet wurden. Weitere vereinsinterne Schießwettbewerbe folgen durch das ganze Jahr. Seit ein paar Jahren gibt es im Frühjahr auch einen besonderen Schießwettbewerb für Neumitglieder. Hier haben die Schützenbrüder, die noch wenig Erfahrung im Schießsport haben, die Gelegenheit, unter Anleitung erste Trophäen zu erringen.
Auch an den Vergleichswettkämpfen innerhalb der Mark Hörstel nehmen die Schützen und Schützinnen des BSV Knobben-Poggenort regelmäßig teil. Weiter zum Programm gehören u. a. ein geselliger Nachmittag für die Senioren des Vereins, ein Frauenkaffee und alle 2 Jahre auch eine Ausflugsfahrt der Frauen. Oktoberfest und Weihnachtsfeier sind weitere feste Programmpunkte im Jahresablauf. Höhepunkt des Schützenjahres ist natürlich in jedem Jahr das Schützenfest, das am gleichen Tag in allen Hörsteler Schützenvereinen gefeiert wird. Es beginnt am Fronleichnamstag mit dem Kinderschützenfest. Seit Jahren gibt es einen starken Andrang von Jugendlichen, Jungen wie Mädchen, die gerne Kinderschützenkönig/ -in werden wollen. Am nächsten Tag schießen dann die Väter unter sich den neuen Schützenkönig aus, der dann anschließend mit den Schützenkönigen der anderen Vereine der Mark Hörstel um die Markenkönigswürde ringen darf. Bislang gelang es neun Vereinsmitgliedern, die Markenkönigswürde zum Knobben-Poggenort zu holen.
Weitere wichtige Programmpunkte im Jahreslauf sind die Fahrt in den Mai, wo Jung und Alt sich nach einer gemütlichen Radtour an der Schützenhalle zum Aufhängen des Maikranzes treffen, oder auch der Helferabend im Herbst, wo der Vorstand allen Helfern des Vereins einmal im Jahr ausdrücklich ein Dankeschön sagen möchte für den unentgeltlichen Einsatz für den Schützenverein.
Ohne diese beständige und für viele ganz selbstverständliche Hilfe wäre es nicht möglich, das große Anwesen des Vereins so gut in Schuss zu halten und die vielen Veranstaltungen durchzuführen. Dafür sei auch an dieser Stelle allen ganz herzlich gedankt, die jetzt anlässlich des 50-jährigen Vereinsbestehens mitgeholfen haben, dieses Fest vorzubereiten und durchzuführen, aber auch den vielen stillen unauffälligen Helfern im Hintergrund, die für Sauberkeit und Funktionieren das ganze Jahr über sorgen.
Im BSV Knobben-Poggenort wird aber nicht nur gefeiert. Seit Jahren beteiligen sich die Schützen z. B. an Sammelaktionen für ein Kinder- und Altenheim in Chelmno / Polen, zu dem die Kirchengemeinde St. Antonius in Hörstel seit ca. 11 Jahren Kontakt unterhält. Auch so werden die Schützen den im Laufe der Jahrhunderte sich ändernden Aufgaben des Schützenwesens gerecht. Stand früher der Schutz der Heimat mehr im Vordergrund, so hat sich dieser Auftrag im Laufe der Zeit gewandelt. Heute kann Schützenengagement auch darin zum Ausdruck gebracht werden, für den anderen dazu sein und einzustehen.
Das Jubelfest des Bürgerschützenverein Knobben-Poggenort e.V. 48477 Hörstel soll Anlass sein, insbesondere den Männern Dank zu sagen, die vor 50 Jahren den Mut und die Ausdauer gehabt haben, auch gegen Widerstände ihre Idee eines eigenen Schützenvereins durchzusetzen. Mit Gottvertrauen und Zuversicht haben sie ein Werk begründet, auf dass wir heute alle zu Recht stolz sein können. Aber auch den Nachfolgenden gehört Dank und Anerkennung, dass sie die Idee und Aufgaben weiter verfolgt haben und sich uneigennützig für das Gemeinwohl eingesetzt haben.
Der Schützenverein ist heute ein nicht mehr wegzudenkendes Element im öffentlichen Leben des Knobben-Poggenort. Möge Gottes Segen weiterhin auf dem Schützenwesen ruhen!

Text: Ludger Hinterding

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